Auf dem Weg zur ersten Million - Vermögensaufbau mit Excel


© M + K Computermarkt 98/2, Luzern, Schweiz

Autorin: Dr. Silvia Rothen, rothen ecotronics, Bern, Schweiz
Letzte Überarbeitung: 13.05.18


Millionär zu werden, ist gar nicht so schwer. Man muss nur früh genug anfangen und regelmässig einen fixen Betrag anlegen. Ein hoher Zins- oder Anlageertrag hilft natürlich. Welchen Betrag man bei welchem Zinssatz bis zu seiner Pensionierung regelmässig einzahlen muss, damit man mit einer Million in den Ruhestand gehen kann, lässt sich mit der Finanzfunktion RMZ berechnen.


Inhaltsverzeichnis


Einleitung

Ein Journalist fragte einst einen Multimillionär nach seinem Erfolgsrezept, wie man zu einem Vermögen komme. „Ganz einfach: Hart arbeiten und eisern sparen, bis Ihnen ein Erbonkel ein paar Millionen vererbt." Doch Scherz beiseite, für die meisten fällt die letztgenannte Möglichkeit weg, es bleiben nur die ersten zwei, arbeiten und sparen. Mit der Finanzfunktion RMZ sieht man allerdings, dass ein erkleckliches Sümmchen zusammenkommen kann, wenn man frühzeitig beginnt und regelmässig eine bestimmte Summe zur Seite legt. Am ehesten eignet sich dafür ein Drittsäulenkonto oder eine andere steuerbefreite Anlageform.

Screenshot der Tabelle Vermögensbildung (million.GIF 24,5 KB)

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Die Finanzfunktion RMZ

Benennen Sie als erstes Ihr Tabellenblatt „Vermögensbildung", indem Sie sein Register mit der rechten Maustaste anklicken und aus dem Kontextmenü UMBENNEN wählen. Unsere Fragestellung ist, welchen Betrag man jährlich zu einem bestimmten Zinssatz anlegen muss, damit man bei der Pensionierung (oder vielleicht auch früher) über ein Vermögen von einer Million verfügt. Da wir einen fixen Betrag anlegen und davon ausgehen, dass der Zinssatz über die ganze Zeitspanne gleich bleibt, kommt dafür die Funktion RMZ, d.h. Regelmässige Zahlung, in Frage. RMZ akzeptiert maximal die folgenden fünf Argumente:
1. Zinssatz
2. Zahlungszeitraum bzw. Anzahl Jahre
3. Barwert d.h. heutiges Vermögen
4. Zeitwert oder gewünschtes Vermögen
5. Fälligkeit (optional)
Die Fälligkeit kann nur die Werte 0 und 1 annehmen, wobei für Zahlungen am Periodenende 0 und für solche am Periodenanfang 1 steht.

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Eingabefelder und Namen

Bevor Sie Ihr zukünftiges Vermögen berechnen können, brauchen Sie für die Argumente der Funktion RMZ Eingabefelder. Statt der Anzahl Jahre möchten wir aber Geburtstagsdatum und Pensionsalter eingeben, aus denen sich dann die Anzahl Jahre berechnen lässt. Für diese Berechnung benötigen wir die Funktion BRTEILJAHRE. Diese steht allerdings nur zur Verfügung, wenn das Add-In Analyse-Funktionen geladen ist. Falls Sie also diese Funktion im Funktionsassistenten nicht finden, laden Sie im Menü EXTRAS - ADD-IN-MANAGER die ANALYSE-FUNKTIONEN.

Auch für das heutige Vermögen sehen wir ein Eingabefeld vor, denn vielleicht fangen Sie nicht bei Null an, sondern haben schon etwas zur Seite gelegt. Und weil nicht jeder eine Million anstrebt - für etwas Bescheidenere reichen vielleicht 200'000.-, für Bill Gates muss es schon eine Billion sein - reservieren wir auch für das gewünschte Vermögen ein Eingabefeld. Und ganz bestimmt brauchen wir noch ein Eingabefeld für den Zinssatz. Um noch etwas Platz für Tabellentitel und Erläuterungen zu haben, beginnen wir in Zeile 7 von Spalte A mit den Beschriftungen. Wir benötigen folgende Bezeichnungen, Werte und Formeln:

A

B

7

Geburtstag  

8

Pensionsalter

65

9

Startvermögen

0

10

Gewünschtes Vermögen

1000000

11

Zinssatz

3.5%

12

Jahre

=ABRUNDEN(Pensionsalter-BRTEILJAHRE(Geburtstag;HEUTE());0)

13

Jährliche Zahlung

=RMZ(Zinssatz;Jahre;Startvermögen;Gewünschtes_Vermögen;1)

In B7 tragen Sie Ihr eigenes Geburtsdatum ein. Die Formeln in B12 und B13 erläutere ich im nächsten Absatz. Sie sollten Sie erst nach der anschliessend beschriebenen Vergabe von Namen eintragen, sonst erhalten Sie die Fehlermeldung #NAME? Mit der Schaltfläche Farben-Palette Schaltfläche Farbenpalette (Farbpal.GIF 984 Byte) heben Sie die Eingabefelder z.B. mit Gelb und das Ausgabefeld mit Hellblau hervor. Damit die nachfolgenden Formeln etwas anschaulicher werden, arbeiten wir mit Namen, d.h. mit benannten Zellbereichen. Markieren Sie dazu den Bereich A7:B13 und wählen Sie im Menü Einfügen - Namen - Übernehmen. Unter Namen aus darf nur das Kontrollkästchen Linker Spalte angekreuzt sein. Sobald Sie nun mit OK bestätigen und auf den Pfeil rechts neben dem Namensfeld klicken, erscheint die Liste der neu vergebenen Namen. Wenn Sie einen dieser Namen auswählen, springt der Cursor auf den zugehörigen Bereich. Statt der Zellbezüge können wir in den Formeln nun die Namen verwenden. In eine Formel lassen sich die Namen sowohl im Funktionsassistenten wie bei einer direkten Eingabe einfügen, indem man an der entsprechenden Stelle der Formeleingabe den Namen aus der Liste des Namensfeldes holt. Alternativ dazu kann man auch F3 drücken und den Namen aus der Liste der darauf erscheinenden Dialogmaske holen.

namensfe.GIF (2526 Byte) Das Namensfeld

In B12 steht die Berechnung für die Anzahl Jahre. Datumsberechnungen sind in Excel bekanntlich eine heikle Sache. Gehen wir davon aus, dass wir die erste Jahresrate am Ende des aktuellen Jahres einzahlen, und dass unser Vermögen bereits anfangs des Jahres, in dem wir in Pension gehen, für den Konsum zur Verfügung stehen wird. Weil die Tabelle sich immer auf das aktuelle Datum beziehen soll, benutzen wir die Funktion HEUTE(), die das aktuelle Tagesdatum liefert. Unser Alter, und zwar auf mehrere Dezimalstellen genau, erfahren wir mit folgender Formel:

=BRTEILJAHRE(Geburtstag;HEUTE()).

Für die Jahre müssen wir diese Zahl aber noch vom Pensionsalter abziehen und auf eine ganze Zahl abrunden, weil wir nur von ganzen Jahren ausgehen. Also umklammern wir diese Formel noch mit der Funktion ABRUNDEN, die als zweites Argument die Anzahl Dezimalstellen, d.h. 0, benötigt.

Nun kommen wir zur Krönung unserer Arbeit, der Funktion RMZ. Nachdem wir alles auf das Sorgfältigste vorbereitet haben, erklärt sich die Formel in Zelle B13 eigentlich von selbst. Das Resultat in Zelle B13 zeigt Ihnen, wie viele Tausend oder Zehntausend Franken Sie für Ihre Million regelmässig zur Seite legen müssen.

Wenn Sie noch nie mit Finanzfunktionen gearbeitet haben, erstaunt Sie vielleicht das Minuszeichen beim Resultat. Dahinter steckt folgende Logik: Finanzfunktion zeigen Finanzflüsse in entgegengesetzter Richtung mit dem umgekehrten Vorzeichen an. Damit Sie am Schluss von der Bank eine Million erhalten, das Geld also von der Bank zu Ihnen fliesst, müsse Sie zuerst Jahr für Jahr einen fixen Betrag einzahlen, also Ihr Geld zur Bank fliessen lassen. Sinnigerweise hat dieser Betrag ein negatives Vorzeichen, denn er geht ja tatsächlich aus Ihrem Portmonnaie weg. Man hätte die Vorzeichen aber auch umkehren können. Machen Sie die Probe auf’s Exempel und tragen Sie -1000000 in Zelle B10 ein. Der jährliche Betrag bleibt der genau derselbe, hat nun aber kein negatives Vorzeichen.

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Überprüfung

 

Nun sind Sie möglicherweise ein misstrauischer Mensch und möchten wirklich Jahr für Jahr sehen, wie Ihr Vermögen wächst. Mit einer Tabelle lässt sich dies überprüfen. In Zeile 15 kommen als erstes die Spaltenüberschriften, nämlich Jahr für Spalte A, Zins für Spalte B und Betrag am Jahresende in Spalte C. In die nächste Zeile kommen folgende Einträge.

A16: =JAHR(HEUTE())

B16: 0

C16: =-Jährliche_Zahlung-Startvermögen

Im zweiten Jahr, das heisst in Zeile 17, erhalten wir am Jahresende das erste Mal Zins und zahlen den zweiten Jahresbetrag ein. Damit das ganze etwas anspruchsvoller wird, ist die Tabelle 67 Zeilen lang, geht also bis Zeile 81, wobei nur die Jahre bis zu unserer Pensionierung sichtbar sein sollen. Dank einer WENN-Formel, welche die Zeilen mit den Jahren vergleicht, lässt sich dies realisieren. In Spalte A zeigen wir also eine Jahrzahl an, wenn die aktuelle Zeilennummer minus die erste Zeilennummer der Tabelle kleiner oder gleich den Jahren bis zur Pensionierung sind. Da wir sonst eine leere Zelle ausgeben, lässt sich die Bedingung in der Spalte B etwas vereinfachen, indem wir mit ISTZAHL abfragen, ob in Spalte A eine Zahl steht und nur dann einen Wert ausgeben.

Die Berechnung in C17 wäre eigentlich ganz einfach: "C16+B17-Jährliche Zahlung". Das Minus steht, weil ja die jährliche Zahlung ein negatives Vorzeichen hat. Um die überflüssigen Zeilen nicht anzuzeigen, verwenden wir dieselbe WENN-Bedingung wie in Spalte B. Es braucht nun aber noch eine zweite WENN-Bedingung, weil am Ende des letzten Jahres keine Einzahlung mehr erfolgt. Diese Bedingung fragt ab, ob auf der folgenden Zeile in Spalte A eine Zahl vorhanden ist. Für Zeile 17 ergibt dies

A17: =WENN(ZEILE(A17)-ZEILE(A$16)<=Jahre;A16+1;"")

B17: =WENN(ISTZAHL($A17);C16*Zinssatz;"")

C17: =WENN(ISTZAHL($A17);C16+B17-WENN(ISTZAHL($A18);Jährliche_Zahlung;0);"")

Dank der korrekten absoluten Bezüge kann man nun diese drei Zelle markieren und bis in Zeile 81 kopieren. Am besten verwenden Sie dazu das Ausfüllkästchen in der rechten unteren Ecke der Markierung. Dank unserer WENN-Akrobatik verschwindet die Anzeige im unteren Teil der Tabelle wie von Zauberhand und in der letzten sichtbaren Zelle steht der gewünschte Millionenbetrag.

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Vermögensabbau

Nun möchten Sie vielleicht auch noch wissen, wieviel Sie im Alter jährlich ausgeben können, damit das Geld eine bestimmte Zeit lang reicht. Nichts leichter als das! Das soeben entwickelte Blatt benötigt nur wenige Änderungen, damit man auch diese Frage beantworten kann. Als erstes machen wir deshalb eine Kopie des Blattes. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf das Register des Arbeitsblattes und wählen Sie aus dem Kontextmenü Verschieben/kopieren. In der Liste unter Einfügen vor: klicken Sie auf (ans Ende stellen). Ausserdem kreuzen Sie das Kontrollkästchen Kopieren an. Das neue Blatt benennen Sie um, indem Sie das Register doppelklicken und Vermögensabbau eingeben.

In Zelle A7 schreiben Sie statt Geburtstag Gewünschtes Alter? und in die Zelle daneben geben Sie z.B. 85 ein. Die Beträge für Startvermögen und "gewünschtes Vermögen" drehen sich nun einfach um: Unter Startvermögen tragen Sie das erworbene Vermögen aus dem vorherigen Blatt ein. Wenn Sie den Betrag aus dem ersten Blatt übernehmen wollen, dann tippen Sie in die Zelle B9 ein Gleichzeichen und klicken dann auf das Register des vorangehenden Blattes sowie anschliessend auf die Zelle B10 mit dem gewünschten Vermögen. Wenn Sie nun mit der RETURN-Taste Ihre Eingabe bestätigen erhalten Sie den externen Bezug:

=Vermögensbildung!B10

Zurück auf dem Blatt "Vermögensabbau" tragen Sie neben "gewünschtes Vermögen" 0 ein oder einen anderen Betrag, falls Sie für Ihre Erben noch etwas übrig lassen möchten. Denken Sie daran, weil dieses Geld von Ihnen zu jemandem anderen fliesst, muss das gewünschte Vermögen das entgegengesetzte Vorzeichen vom Startvermögen haben, sonst hinterlassen Sie Ihren Erben einen Schuldenberg. Wenn Sie übrigens nur von den Zinsen leben möchten, ohne das Vermögen selbst anzugreifen, dann geben Sie unter "gewünschtes Vermögen" den negativen Betrag vom Startvermögen ein. Als letzte Änderungen ersetzen Sie folgende Formeln noch durch:

B12: =B7-Pensionsalter

A16: =JAHR(HEUTE())+Vermögensbildung!Jahre

Da Sie das Geld jeweils am Ende des Vorjahres entnehmen, überlappen sich das letzte Jahr der ersten und das erste Jahr der zweiten Tabelle. Pünktlich am letzten Tag des von Ihnen gesetzten Zeitraums ist Ihr Vermögen wieder auf 0. Pech für Sie, wenn Sie später oder vorher sterben. Im ersten Fall nagen Sie am Hungertuch, im zweiten Fall ernten die lachenden Erben die Früchte Ihrer Sparsamkeit.

Nun wissen Sie, wie Sie bis zur Pensionierung zu Ihrer Million kommen und wie Sie diese wieder verputzen können. Was eine Million wegen der Inflation nach all den Jahren noch wert ist, und ob es überhaupt ein erstrebenswertes Ziel ist, bei der Pensionierung eine Million zu besitzen und dafür über Jahrzehnte auf vieles zu verzichten, das müssen Sie sich schon selbst beantworten. Zumindest bei der zweiten Frage kann Ihnen Excel definitiv nicht behilflich sein.

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Download der Excel-Datei

Achtung:

Die vollständige Excel-Datei (Version 5.0/7.0) können Sie hier herunterladen. Die Excel-Datei enthält keine Makros und ist nicht komprimiert (44 KB).

Buchtipp

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